Aktuelle Projekte der Fraktion

 


Tag der beruflichen Teilhabe

Die FDP-Fraktion hat das Projekt "Tag der beruflichen Teilhabe" erfolgreich im Stadtrat auf den Weg gebracht. Wir warten nun voller Vorfreude auf die Umsetzung durch die Verwaltung. Hier finden Sie die Begründung des Antrags von Dr. Bernd Volker Dresp:
Die Eingliederung behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt ist eine der Grundvoraussetzungen für die Entfaltung der Persönlichkeit. Menschen mit einer Behinderung sollen eine Chance auf Teilhabe in der Gesellschaft und damit auch explizit am Arbeitsleben bekommen. Für Menschen mit Behinderung, die wegen der Art oder Schwere ihrer Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können, gibt es die Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Sie haben die Aufgabe, den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gezielt zu fördern.Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:-Die "Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ)" ist ein Praktikum in einem Betrieb. Dabei werden erste Grundkenntnisse in einem anerkannten Ausbildungsberuf erworben. Das Praktikum dauert mindestens sechs und nicht länger als zwölf Monate. Die Einstiegsqualifizierung richtet sich an Jugendliche, die noch keine 25 Jahre alt sind und noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Eine weitere Möglichkeit zur betrieblichen Qualifizierung ist die "Unterstützte Beschäftigung". Wenn keine Ausbildung absolviert werden kann und auch sonst große Schwierigkeiten bestehen, auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, kommt die "Unterstützte Beschäftigung" in Frage. Dabei werden im Betrieb unterschiedliche Tätigkeiten und Fähigkeiten erprobt, bevor man sich für einen Arbeitsbereich entscheidet. Anschließend hilft eine Fachkraft dabei, die Aufgaben im Betrieb zu trainieren. Das nennt man Job-Coaching. Die Fachkraft kommt häufig vom Integrationsamt oder von einem Bildungsträger, zum Beispiel einem Berufsbildungswerk. Das Training am Arbeitsplatz dauert meistens 24 Monate, manchmal auch bis zu 36 Monate. Von den über zehn Millionen Menschen in Deutschland mit einer amtlich anerkannten Behinderung sind fast 2,9 Millionen erwerbstätig(Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.). Das große Potenzial von Menschen mit Behinderungen erkennen immer mehr Unternehmen. Aus gutem Grund, denn Inklusion hat viele Vorteile: Sie trägt zur Fachkräftesicherung bei, sie stärkt die Vielfalt im Betrieb –und ist damit ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Viele Arbeitgeber setzen daher auf Inklusion und unterstreichen damit ihre Arbeitgebermarke. Eine Folge der Corona-Pandemie ist die beschleunigte Digitalisierung der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Für Menschen mit Behinderung könnte das die Chancen auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt erhöhen. Knapp ein Drittel aller Unternehmen sehen in der Digitalisierung neue Chancen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Und jedes fünfte Unternehmen setzt sogar digitale Technologien gezielt ein, um Beschäftigte mit Behinderungen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Dies kann mittelfristig sowohl die Inklusion generell voran bringen, als auch die Weiterbildung der Menschen mit Behinderung intensivieren(Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V). Mitarbeiter mit einer Behinderung können Unternehmen bereichern und wertvolle Teammitglieder sein. Vorurteile und Unwissenheit führen jedoch dazu, dass Personaler häufig nicht Behinderte einstellen, sondern Arbeitnehmer ohne erkennbare Einschränkungen bevorzugen. Menschen mit einer Behinderung werden oft als weniger leistungsfähig gesehen und als Belastung wahrgenommen. Doch diese Wahrnehmung beruht häufig auf falschen Annahmen und Unkenntnis. Die FDP-Fraktion möchte mit einem Aktionstag Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit geben, mal einen Tag in den allgemeinen Arbeitsmarkt „reinzuschnuppern“ (ähnlich dem Vorbild Girls-/Boys-Day) und bei Unternehmen bzw. Arbeitgebern evtl. Vorbehalte abzubauen und potentielle Mitarbeiter kennen zu lernen. Mit diesem Antrag möchten wir den Anstoß für eine Diskussion geben, wie ein solcher Tag der beruflichen Teilhabe in die Praxis umgesetzt werden kann.