Ludwig Funk:

Er taucht im Protokollbuch des "Freisinnigen Vereins" (1906-1918) /
" Deutsche Demokratische Partei" ( 1918 ff. )
unter dem 28.12.1918 auf. An diesem Tage treffen sich die
"Mitglieder der Demokratischen Wählervereinigung" und des
"bisherigen Freisinnigen Vereins". Es formiert sich aus diesen
Gruppen die"Deutsche Demokratische Partei" mit 43 Mitgliedern.
Ludwig Funk tauchte in der Finanzkommission unter den
Gründungsmitgliedern auf.
Bis 1928 ( in diesem Jahr bricht das Protokollbuch ab ) ist keine
nenneswerte Aktivität von Funk festgehalten.

Am 22. August 1945 ist Ludwig Funk es, der mit schwungvoller
Schrift zitiert : " Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
An Deines Volkes Auferstehen!
Laß diesem Glauben Dir nicht rauben,
Trotz allem, allem was geschen!
Aber nicht durch die Gewalt der Waffen ,
sondern nur einzig und
allein durch Regsamkeit des Geistes
und Erzeugung hochwertiger Güter.
Denen ist Arbeit Segen und Betätigung ein Gebot."
Es folgt eine längere Begründung für die Gründung einer
"Demokratischen Partei" und eine Namensliste von 211 Interessenten.

Nach der Genehmigung durch die Militärbehörden kann Ludwig
Funk dann an die Gründung einer Partei ( der Liberal-Demokratischen
Partei ) gehen. Seine neue Liste umfaßt 114 Namen.
Das erste Etikett des Kassenbuchs ( im StA Iserlohn )zeigt den
Namen "Liberal-Demokratische Partei" Iserlohn. Am 09.11.1945 ist die
erste Spende verzeichnet. Am 12. Dezember 1945 fungiert Ludwig
Funk bereits als "Erster Vorsitzender" gegenüber der Dresdener
Bank (StA Iserlohn). ( Unter 20.11.45: Spende von Funk nachweisbar )
Der Name FDP tauscht schon am 24.01.1946 und dann am 28.02.1946 im
Vertrag der Putzfrau Rimpler auf. am 11. März 1946 heißt es
in einem Vertrag ( s. Mappe Verträge ) "neuerdings Freie Demokratische
Partei".

Am 20. Juni 1946 tritt Funk von seinen Ämtern (Fraktionsvorsitz ,
Kreisverbandsvorsitz) zurück und verläßt die Partei. Haape
übernimmt den Fraktionsvorsitz, Steilberg den Vorsitz in der
Partei.
Funk wechselt im Rat der Stadt Iserlohn zur "Fraktion der
Parteilosen" (StA Akte 572)
In der Westfälische Rundschau vom 24.7. 1946 (Zeitungsarchiv
Unnaer Straße) ist zu lesen, daß bei einer politischen SPD
Kundgebung mit Gustav Dahrendorf im Buchenwäldchen folgendes
passiert:
"In der anschließenden Diskussion gab der bisherige Kreis-
vorsitzende der Freien Demokratischen Partei FUNK seinen
übertritt zur SPD bekannt."
Ohne Kommentar wird diese Meldung wiedergegeben.
Unter dem 27.7.46 wird Funk als Sozialdemokrat vorgesteilt:
Nach seiner Meinung könne allein der Sozialismus das Chaos
meistern!
Am 12.10.46 erscheint Ludwig Funk zu bevorstehenden Stadt-
verordnetenwahl mit einem Aufruf "gegen Reaktion und Kapi-
talismus". Dem "Verlegenheitsbündmis von CDU und FDP wird
das "Tatschristentum" der SPD gegenüber gestellt.



Die Akte 572 weist unter dem 25. Juni 1946 für die Fraktion der
Parteilosen August Lattermann, Gerichtsstr. 10, Ludwig Funk,
Bahnhofstr. 4 und vier weitere Personen aus ( Ernst Bartsch,
Ernst Lücke, Josef Brauckmann, Fritz Schneider ) aus.

StA Iserlohn steht für Stadtarchiv der Stadt Iserlohn